Unterhaching – mit Wagner zurück in den Profifußball?

Die Sehnsucht rund um Unterhaching nach der Rückkehr in die 3. Liga ist groß. Der 4. Platz in der Vorsaison war ordentlich – mehr aber auch nicht. Auch wenn man sich offiziell mit dem Aufstieg bis 2025 keinen Druck setzt, sieht es intern wohl anders aus. Spätestens seit dem Geldsegen durch den Adeyemi-Transfer von Salzburg nach Dortmund lechzt die Truppe von Trainer Wagner nach mehr.




Der Trainer: Sandro Wagner

Der größte Promi der Oberbayern ist zweifelsohne Trainer Sandro Wagner. Dreifacher Deutscher Meister, U-21 Europameister sowie deutscher Nationalspieler. Das spricht für sich. Die Trainerkarriere des früher polarisierenden Stürmers ist noch sehr jung. Ende 2020 begann er beim DFB als „Stürmertrainer“ für die Nachwuchsnationalteams. Nur wenige Monate später wechselte er nach Unterhaching, wo er die U-19 übernahm. In der Relegation gelang der Aufstieg in die A-Jugend Bundesliga. Zur letzten Saison übernahm er die erste Mannschaft. Seine Debütsaison verlief trotz anfangs wellenartiger Leistungen zufriedenstellend. Auch wenn der Rückstand auf den Meister aus Bayreuth satte 29 Punkte betrug, konnte man einen ordentlichen 4. Platz verzeichnen. In der nächsten Saison soll es aber gerne mehr werden.

Wagner will mit Unterhaching den Aufstieg und die damit verbundene Rückkehr in den Profifußball.
Trainer Sandro Wagner kann auf eine bewegte Spielerkarriere zurückblicken. Gelingt ihm nun mit Unterhaching die Rückkehr in den Profifußball?             Rufus46Sandro Wagner Training 2018-10-09 FC Bayern Muenchen-2CC BY-SA 3.0

Mit unter anderem Nagelsmann, Heynckes, Löw und Kovac hatte der gebürtige Münchner selber einige klangvolle Trainer. Wagners Spielidee enthält von allen ein bisschen was. Der ehemalige Stürmer legt viel Wert auf eine dominante Spielweise. Der Spielaufbau soll – wenn möglich – flach gestaltet werden. Um Spielkontrolle zu erhalten, setzt er zudem auf ein aggressives und früh störendes Spiel gegen den Ball. Gerade das Verhalten nach Ballverlust steht im Fokus. Im Gegenpressing hatte man im letzten Jahr aber hin und wieder noch Luft nach oben. Zu oft kassierte man „einfache“ Gegentore durch Bälle hinter die hoch aufgerückte Abwehrkette, nachdem man zuvor im Mittelfeld den Ball verlor.

 

Unterhachings Kader: eine gute Mischung

Zum Auftakttraining verzeichnete die SpVgg ein Aufgebot von 36 Spielern. Besonders stolz ist man auf den Anteil der Eigengewächse: Fast Dreiviertel der Akteure stammen aus dem eigenen Nachwuchs. Die Jugendarbeit wird auch in Zukunft das Kerngeschäft der Bayern bleiben. Immer wieder sollen junge und talentierte Spieler aus der U-19 zu den Senioren dazustoßen. Ergänzt werden diese durch erfahrene Spieler, die bereits höherklassig im Einsatz waren. So auch die bisher feststehenden Neuzugänge. Mit Torhüter René Vollath erhält man einen herausragenden Rückhalt für die Liga. Der erfahrene Welzmüller kommt von der Bayern-Reserve und war bereits früher zusammen mit seinem Bruder Josef in Unterhaching aktiv. Sebastian Meier  und Mathias Fetsch können sogar Bundesliga-Erfahrung (Hannover/Augsburg) vorweisen.

 

Aufstellung SpVgg Unterhaching unter Sandro Wagner
So könnte Unterhaching in der kommenden Saison auflaufen – mit einer guten Mischung aus jung und erfahren.




Auch wenn einige Personalien noch offen sind, zeichnet sich langsam aber sicher eine mögliche erste Elf ab. Wie im gesamten Kader zeigt sich auch hier eine gute Mischung. 4 Spieler sind schon über 30, 5 Spieler dafür U-21. Mit Maier und Hobsch ergänzen 2 Akteure im besten Fußballalter das Gerüst.

 

Torwart

Mit René Vollath konnte man einen routinierten Torhüter verpflichten. Seine Erfahrung mit über 200 3. Ligaeinsätze wird er zusätzlich als Torwart- und Individualcoach im NLZ weitergeben.
Mit Heilmair und Scherger stehen dahinter junge Talente bereit.

 

Abwehr

Rechts hinten ist Unterhaching-Ikone Schwabl klar gesetzt. In der Innenverteidigung überzeugte vor allem gegen Ende der letzten Saison das Duo Zentrich – Pisot. Manko der beiden ist das fehlende Tempo, das es durch gutes Stellungsspiel zu kompensieren gilt. Links hinten steht noch ein kleines Fragezeichen. Der junge Haxoshaj spielte in der abgelaufenen U-17 Bundesligasaison eine überragende Runde. Auch Wagner hält große Stücke auf ihn. Durchaus denkbar, dass er die Überraschung der Saison wird und sich den Stammplatz erkämpft. Dahinter stünde der ebenfalls junge Lamby bereit.




Mittelfeld

Auf der Sechs gelten Westermeier und Stiefler als gesetzt. Der erfahrene Stiefler konnte sich im Verlauf der letzte Saison steigern und wurde immer wichtiger als Abräumer vor der Viererkette. Der junge Ben Westermeier begann vergangene Saison noch in der Jugend. Schnell erkannte man seine Wichtigkeit auch bei den Senioren, für die er nach kurzer Zeit schon nicht mehr wegzudenken war. Der Aufsteiger der vergangenen Spielzeit! Auf der Außenbahn ist man mit dem schussgewaltigen Neuzugang Maier und Flügelflitzer Mashigo gut aufgestellt. Auch wenn es um Letzteren hin und wieder lose Abwanderungsgerüchte gibt. Als Ersatz steht Ehlich bereit, der zwar hin und wieder brillierte, aber (noch) nicht konstant genug agiert.
Als Bindeglied zwischen Mittelfeld und Angriff soll Rekonvaleszent Niclas Anspach dienen. So blöd es klingt – hätte der 21-Jährige nicht verletzungsbedingt in der Vergangenheit so viele Spiele verpasst, würde er wahrscheinlich nicht mehr in der Regionalliga spielen. Ein großes Talent, das definitiv den Unterschied im Offensivspiel ausmachen kann.

 

Sturm

Vieles steht und fällt mit Toptorjäger Patrick Hobsch. Zuletzt gab es Gerüchte, dass Erzgebirge Aue am Stürmer interessiert sei. Sollte es zum Abgang bekommen, bräuchte man einen hochwertigen Ersatz. Vor allem da mit Hain der andere Torgarant noch länger ausfällt. Neuzugang Mathias Fetsch war zwar viele Jahre im Profifußball unterwegs, ist mit seinen 33 Jahren aber auch bereits über dem Zenit. Dahinter stehen einige junge Offensivtalente bereit, für die der Sprung in die Startelf aber noch zu früh käme.

 

Die Konkurrenz

Nach Startschwierigkeiten fand sich die neufomierte Mannschaft der SpVgg Unterhaching vergangene Saison immer besser zu Recht. Wagner war auch lange Zeit auf der Suche nach seiner Formation. Anfangs probierte er es oft mit der 5er-Kette. Nach und nach etablierte er die 4-4-2 Formation, durch die man immer stabiler wurde. Vor allem in der Defensive, mit welcher man lange Zeit Probleme hatte.




Die Tabelle der letzten 10 Spieltage:

Platz Team Spiele Siege Remis Niederlagen Tore Torverhältnis Punkte
1 Bayreuth 10 7 1 2 27:14 +13 22
2 FCB II 10 7 1 2 26:17 +9 22
3 Unterhaching 10 6 3 1 19:8 +11 21

 

 

Gegen Ende der vergangenen Saison agierte man auf Augenhöhe mit Ligaprimus Bayreuth und der Zweitvertretung der Bayern. Soll es in diesem Jahr für mehr reichen, muss Wagner mit seinem Team von Anfang an voll auf der Höhe sein.

Der derzeitige Kader ist auf jeden Fall startklar für die neue Saison. Auch wenn sich personell womöglich noch ein bisschen was tut, ist man darauf vorbereitet. Gegen die Top-3 aus Bayreuth, München und Burghausen konnte man in der vergangenen Saison nur ein Spiel gewinnen. Auch das muss besser werden. Die größte Konkurrenz um die vorderen Plätze kommt Stand jetzt wieder aus München sowie vom Absteiger aus Würzburg. Dahinter schielen auch Burghausen und Schweinfurt wieder nach oben. Mit Unterhaching wird aber auf jeden Fall zu rechnen sein. Gelingt es Sandro Wagner, seine Mannschaft in der Vorbereitung gut auf die lange Saison einzustellen, ist alles möglich.

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Beitragsbild enthält: ChaddySportpark Unterhaching – Ansicht Westtribüne 2CC BY-SA 4.0

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