2. Bundesliga

Torgefährlichstes Mittelfeld der Liga? So könnte der Karlsruher SC spielen

Mit Lars Stindl wird das ohnehin schon torgefährliche Mittelfeld des Karlsruher SC nochmals verstärkt. Umso interessanter wird die Frage, wie Trainer Christian Eichner die Balance im Spiel des KSC halten will. Ballorientiert skizziert eine mögliche Herangehensweise, in der die gewohnte Mittelfeldraute als Grundlage dient.
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Mit Rückkehrer Stindl: torgefährliches Karlsruher Mittelfeld

Mit kumuliert 16 Toren und 22 Vorlagen gehörte die Mittelfeldreihe des Karlsruher SC um Marvin Wanitzek, Paul Nebel und Jérôme Gondorf ohnehin schon zur torgefährlichsten der vergangenen 2. Bundesliga-Saison. Dass nun auch noch der „verlorene Sohn“ Lars Stindl zurückkehrt, macht das Mittelfeld des KSC nicht minder gefährlich. Schließlich erzielte der 34-Jährige in seiner letzten Saison für Borussia Mönchengladbach nochmals beachtliche 15 Scorerpunkte.

So könnte die Aufstellung des Karlsruher SC 2023/2024 aussehen. Im Spiel mit Ball könnten sich Verschiebungen ergeben (siehe weiter Bild unten).
So könnte die Aufstellung des Karlsruher SC 2023/2024 aussehen. Im Spiel mit Ball könnten sich Verschiebungen ergeben (siehe weiter Bild unten).

Gondorf als Absicherung vor der KSC-Abwehr

Umso spannender wird dadurch die Frage, wie Trainer Christian Eichner bei all der Offensivpower die Balance halten will. Bereits in der Rückrunde der Vorsaison war Kapitän Gondorf als defensivster Spieler in der Mittelfeldraute für diese Aufgabe hauptverantwortlich. Da Tim Breithaupt nach seiner Verletzung nun den Wechsel in die Bundesliga wagte, wird Gondorf voraussichtlich auch in dieser Saison die Position vor der Abwehr übernehmen. Dass er diese Rolle beherrscht, beweist ein Blick auf die Zahlen. Denn Gondorf war sogar minimal vor Breithaupt der KSC-Spieler mit den meisten erfolgreichen Defensivaktionen pro 90 Minuten.

Asymmetrische Außenverteidiger: Thiede und Herold?

Um die Absicherung beim eignen Ballbesitz zu verstärken, könnte Rechtsverteidiger Marco Thiede in Eichners 4-Raute-2 einrücken. Schon letzte Saison war er der defensivere der beiden Außenverteidiger, während sein Pedant auf der linken Seite (meist Heise) deutlich mehr Offensivaktionen verzeichnete. Für die linke Seite ist man aktuell mit Philipp Heise, Daniel Brosinski und Neuzugang David Herold gut aufgestellt. Letzterer fasste in der vergangenen Rückrunde in der österreichischen Bundesliga beim SCR Altach Fuß. Dabei zeigte er einen hohen Offensivdrang mit vielen präzisen Flanken. Gleichzeitig war er in Defensive sehr präsent und führte die meisten Defensiv-Zweikämpfe (pro 90 Minuten) aller Außenverteidiger dieser Liga. Dementsprechend könnte der Youngster seinen erfahrenen Mitspielern den Stammplatz streitig machen.

Nebel als rechter Breitengeber?

Da mit einem eingerückten Außenverteidiger die Breite auf rechts fehle, könnte Paul Nebel als nomineller zentraler Mittelfeldspieler dafür sorgen. Mit seiner Einsatzbereitschaft wäre er dafür prädestiniert, die rechte Außenbahn zu beackern. Nicht umsonst war Nebel der offensive Mittelfeldspieler mit den meisten erfolgreichen Defensivaktionen (pro 90 Minuten) in der 2. Liga. Zudem kreierte mit seinen Pässen immer wieder gefährliche Torchancen. Lediglich seine Flankenquote, die mit 16% weiter unter dem Durchschnitt liegt, müsste sich verbessern.

Prunkstück des KSC: Doppel-10 mit Wanitzek und Stindl

Das Prunkstück dieser Mannschaft könnte die offensive Mittelfeldzentrale um Lars Stindl und Marvin Wanitzek werden. Über die Qualitäten der beiden bedarf es nur weniger Worte. Während Stindl seine Klasse über viele Jahre in der Bundesliga unter Beweis stellte, war Wanitzek einer der Spieler der vergangenen 2. Liga-Saison. Gemeinsamen können die beiden mit ihrer Spielstärke für viel Gefahr durchs Zentrum sorgen.

Neuer Sturmpartner für Schleusener

In Eichners Doppelspitze dürfte auch diese Saison wieder Fabian Schleusener agieren. Hinter Wanitzek war der Stürmer der Karlsruher mit den meisten Abschlüssen. Wer sein neuer Sturmpartner nach dem Abgang von Kaufmann wird, bleibt abzuwarten. Aktuell stehen mit Marino, Batmaz, Rapp und Zivzivadze gleich vier Kandidaten im Kader. Angesichts der Umtriebigkeit von Schleusener, wäre ein klassischer Zielspieler wohl die beste Wahl. Dies spräche am ehesten für Simone Rapp. Der 1,93-m-große Schweizer ist sehr kopfballstark und somit ein möglicher Abnehmer für lange Pässe, die beim KSC in der vergangenen Saison häufig Anwendung fanden. Zudem bewies er in der abgelaufenen Saison seine Effizienz. Für 3 Tore und 3 Vorlagen brauchte der Joker nur etwas mehr als 600 Minuten. Lediglich drei 2.Liga-Spieler lieferten mehr Scorerpunkte nach Einwechslung. Folglich ist dem 30-Jährigen ein Durchbruch in dieser Saison zuzutrauen.

 

Alte KSC-Innenverteidigung vor neuem Torwart Drewes

Im Tor konnte man sich mit Patrick Drewes vom Absteiger SV Sandhausen verstärken. Neben seinen Qualitäten auf der Linie, darf man sich auf seine präzisen langen Pässe freuen. Nur FCK-Keeper Andreas Luthe (78%) konnte bei den 2. Liga-Torhütern die Präzision von Drewes (75%) in der vergangenen Saison überbieten. Davor verliert man neben Marcel Franke mit Stephan Ambrosius viel Präsenz im Zweikampf. Angesicht seiner offenen Zukunft besteht zumindest noch – wenn auch nur minimale – Resthoffnung bezüglich einer Weiterbeschäftigung. Als Ersatz stünde Christoph Kobald bereit, der bereits in der Rückrunde den verletzten Ambrosius vertrat.

Während Thiede absichert, könnte Herold seinen Offensivdrang nutzen. Auf der andere Seite würde Nebel für Breite sorgen. Die Übergänge zwischen Dreier- und Viererkette wären fließend.
Während Thiede absichert, könnte Herold seinen Offensivdrang nutzen. Auf der andere Seite würde Nebel für Breite sorgen. Die Übergänge zwischen Dreier- und Viererkette wären fließend.

Trotz phasenweiser Imbalance: KSC Trainer-Eichner mit richtigem Plan?

Natürlich ist diese Aufstellung nur ein Planspiel. Nichtsdestotrotz zeigte sie eine der vielen Möglichkeiten auf, wie man den großen Offensivdrang im Mittelfeld austarieren könnte. Ohnehin war die Balance ein großes Thema in der vergangenen Saison. Während man selbst viermal mindestens vier Tore in einem Spiel erzielte, galt selbiges für die Gegentore. Zudem wechselten sich Sieges- und Niederlagenserie regelmäßig ab. Dass am Ende trotzdem ein souveräner siebter Platz zur Buche stand, gibt Hoffnung, dass Trainer Christian Eichner auch für diese Saison wieder die richtigen Pläne in der Schublade liegen hat. Um diese Pläne in die Tat umzusetzen, würde sicherlich der ein oder andere Neuzugang helfen.

Co-Founder & Analyst bei ballorientiert

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