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Marco Wildersinn und die Würzburger Kickers marschieren!

Nach zwei Abstiegen in Folge ist der Spaß bei den Würzburger Kickers zurück. Dabei überrollt die junge Mannschaft von Trainer Marco Wildersinn den Gegner regelmäßig. Ballorientiert analysiert den Saisonstart der Franken.
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Ich hatte schon lange nicht mehr so viel am Fußball. Das hat teilweise zu Zweit- und Drittliga-Zeiten nicht so viel Spaß gemacht, weil die Mannschaft einfach so cool ist!

-FWK-Kapitän Peter Kurzweg via „Kickers-Podcast“

Der Spaß ist zurück am Dalle! Nach dem 6:0-Sieg beim FV Illertissen steht die Mannschaft von Trainer Marco Wildersinn nach 12 Spieltagen weiterhin an der Tabellenspitze der Regionalliga Bayern. Dabei war der Kantersieg in Illertissen bereits das vierte Mal, dass die Kickers in dieser Saison mindestens sechs Tore in einer Partie erzielten. Mit insgesamt 40 Toren stellt man somit die mit Abstand stärkste Offensive in der RL Bayern.

Neuanfang nach Doppelabstieg

Eine Tatsache, die wie Balsam auf der geschundenen Würzburger Seele wirken dürfte. Denn nach den beiden Abstiegen in den letzten beiden Jahren von Liga 2 bis in Liga 4 stellte sich zuletzt Tristesse am Dallenberg ein. Für die Verantwortlichen um Sportdirektor Sebastian Neumann stellte sich eine große Aufgabe im Sommer. Zwar hatte man die Trainerpersonalie mit Marco Wildersinn früh geklärt, jedoch stand man quasi noch ohne Kader da. Dass man die Aufgabe mehr als ordentlich lösen konnte, zeigt der Blick auf die Tabelle nach knapp einem Drittel der Saison.

FWK trotzt enttäuschendem Start

Allerdings begann die Saison mit nur einem Punkt aus zwei Spielen alles andere als vielversprechend für die Kickers. Der Negativtrend der Vorjahre schien sich fortzusetzen. Doch Marco Wildersinn und seine Mannschaft fingen sich schnell. Seit der Niederlage am 2. Spieltag beim kleinen Club gewann man 7 von 9 Spielen. Nicht nur die Tatsache, dass die Kickers die Spiele gewinnen, sondern auf welche Art und Weise man das tut, dürfte aktuell für die große Euphorie am Dalle sorgen.

Dominanter & attraktiver Fußball unter Wildersinn

Denn mit Trainer Marco Wildersinn spielen die Kickers einen attraktiven Fußball, den man so wohl lange nicht mehr am Dalle sehen durfte. In nahezu jeder Partie schaffte man es bisher Ball und Gegner zu dominieren, wie nicht nur ein Blick auf die Torausbeute, sondern auch auf diverse andere Statistiken zeigt.




Zu einem dominanten Spiel gehört naturgemäß viel Ballbesitz. Mit einem Durchschnittswert von knapp 59% sind nur die kleinen Bayern häufiger am Ball als die Kickers. Dabei versucht man stets kontrollierte Lösungen mit gepflegtem Kurzpassspiel zu finden – nur 12% der Zuspiele der Kickers sind lange Bälle. Zum Vergleich: beim Meisterfavoriten SpVgg Unterhaching wird mit 18% deutlich häufiger der lange Ball als stilistisches Mittel gewählt. Der viele Ballbesitz der Kickers soll dabei keinesfalls einschläfernd auf den Gegner wirken. Mit einer Passrate von 13,4 Pässen pro Minute eigenen Ballbesitzen lässt man den Ball sehr schnell durch die eignen Reihen laufen und lässt dem Gegner keine ruhige Minute.

Frühes Stören

Ebenso verhält es sich, wenn die Kickers mal nicht im Ballbesitz sind. Die Mannen von Marco Wildersinn lassen den Gegner nur selten in Ruhe das Spiel aufbauen und verwickeln das Gegenüber so früh wie möglich in Zweikämpfe. Folglich lässt man die mit Abstand wenigsten Abschlüsse der Liga zu. Obwohl man nach 12 Spieltagen lediglich 12 Gegentore schlucken musste, würde sich Torhüter Marc Richter wohl das ein oder andere Zu-Null-Spiel mehr wünschen. Denn das 6:0 in Illertissen war die erste gegentorlose Partie seit 5 Wochen – Jammern auf hohem Niveau!

Qualität vor dem Tor

Bei all den erfreulichen Statistiken der Kickers bleibt eines entscheidend: die Tore zu machen. Und hier zeigt man sich seit Wochen in blendender Verfassung und beweist eine beeindruckende Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Gibt die Statistik nach 11 Spieltagen einen erwarten Tor-Wert anhand der Chancenqualität (expected goals) von knapp 19 her, so übertraf man dies deutlich und überflügelte diesen Wert um +15 auf tatsächliche 34 Tore.  Ein klarer Beleg dafür, welch tollen Kader man zusammenstellen konnte und welch großes Selbstvertrauen aktuell in der Mannschaft steckt.
Statistik: vor Illertissen

Junge, selbstbewusste Truppe

Apropos Selbstvertrauen. Auch das lässt man sich nicht so leicht nehmen und bleibt stabil. Dies beweist u.a. die unglückliche Niederlage im Topspiel gegen Unterhaching, vor der man sich keineswegs aus dem Tritt bringen ließ.  Aus einem fünf Punkte Rückstand wurde innerhalb von drei Spielen mit insgesamt 18 Toren die Tabellenführung.

Hilfreich für diese junge Mannschaft sind dabei erfahrene Spieler wie Kurzweg und Sané. Während Kurzweg als Kapitän vorweg geht, glänzt Sané als Topscorer und konnte bereits 9 Tore und 5 Vorlagen zum Erfolg der Kickers beitragen. Ebenso eignet sich Trainer Wildersinn perfekt für die Entwicklung der jungen Spieler, wie ein Blick auf seine Vita zeigt. Sechs Jahre lange coacht er die Talente der TSG Hoffenheim bei der U23 und verhalf Spielern wie Gregor Kobel oder Christoph Baumgartner auf ihrem Weg in die Bundesliga. Über drei Jahre Zusammenarbeit mit dem heutigen Bayern-Trainer und damaligen Hoffenheim-Trainer Julian Nagelsmann dürften sicherlich auch nicht dem Trainer Wildersinn geschadet haben.

Steigen die Kickers auf?

Zusammenfassend kann man sagen, dass aktuell sehr viel stimmt am Dallenberg. Mit Marco Wildersinn hat man einen Trainer, der mit seiner Spielphilosophie den Spaß zurückgebracht hat. Ebenso scheint der junge Kader sehr gut zu den Vorstellungen des Trainers zu passen, wie das erste Drittel der Saison zeigt.

Dass bei einer Tabellenführung das Wort „Aufstieg“ in den Mund genommen wird, ist schwer zu vermeiden. Dennoch bleibt man in Würzburg weiterhin demütig ob der Misserfolge der vergangenen Jahre. Oberste Priorität dürfte es sein, weiterhin attraktiven Offensivfußball zu spielen und den aktuellen Moment zu genießen. Ohnehin ist ein Aufstieg in der diesjährigen Regionalliga Bayern nur schwer planbar. Neben dem Favoriten aus Unterhaching wäre da noch die unsägliche Relegation, die der diesjährige Bayern-Meister für den Aufstieg absolvieren müsste. Dementsprechend tut man weiterhin gut daran, sich auf die eigene Entwicklung zu konzentrieren und am Ende abzurechnen.

Dass ein Verein wie die Würzburger Kickers mittelfristig zurück in den Profifußball gehören und auch wollen, dürfte auch klar sein. Denn nicht umsonst arbeitet man auch nach dem Doppelabstieg in professionellen Strukturen.

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Quellen:
Hintergrundbild: Sekundogenitur, Flyeralarm Arena Würzburg, CC BY-SA 4.0
Statistik: wyscout

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