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Inter Mailand Analyse: Top-Team dank Top-Kader

Inter Mailand beweist in der bisherigen Saison, dass die letztjährige Champions League-Final-Teilnahme keineswegs Zufall war. Trainer Simone Inzaghi kann auf eine hohe Kaderqualität zurückgreifen, mit der er seine favorisierte 3-5-2-Formation immer weiter perfektioniert. Ballorientiert analysiert, was Inter außerdem so stark macht.
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Inters Saisonstart zeigt: Champions League-Finale kein Zufall

Die bisherige Saison von Inter Mailand bekräftigt, dass die letztjährige Champions League-Finalteilnahme keineswegs Zufall war. Zwar schied man bereits früh in der Copa Italia gegen Bologna aus. Jedoch präsentiert sich die Mannschaft von Trainer Simone Inzaghi in der Serie A und in der Champions League von ihrer besten Seite und verlor nur eines von 25 Spielen.

Inzaghis 3-5-2 als Erfolgsgrundlage Inters

Ein wichtiger Aspekt für die Stabilität des Tabellenführers der Serie A ist Inzaghis 3-5-2-Formation, die der Mannschaft inzwischen ins Blut übergangen scheint. Mit lediglich 9 Gegentoren stellt man die beste Abwehr in Europas Top-5-Ligen. Zudem zählt man mit 44 selbst erzielten Toren nicht nur in Italien zu den offensivstärksten Teams. Schließlich kann man eine bessere Torquote als bspw. Real Madrid, der FC Liverpool oder der FC Barcelona vorweisen. Das Image des defensivorientierten italienischen Fußballs widerlegt der italienische Tabellenführer mit dem dritthöchsten xG-Wert in Europas Top-5-Ligen.

Hohe Kaderqualität bei Inter

Neben dem hervorragend funktionierendem System Inzaghis spielt auch die Kaderqualität der Schwarz-Blauen eine entscheidende Rolle für den Erfolg. Dass man praktisch jede Position auf hohem Niveau doppelt besetzen konnte, zeigt die Wechselquote von Inter. Tatsächlich nutzte Inzaghi bisher in allen 19 Ligaspielen seine 5 Wechseloptionen. Dennoch setzte man hinter Lazio Rom die wenigsten Spieler in der Serie A ein, was für die hohe Leistungsdichte zwischen Position 1 und 16 spricht.

Hohe Bedeutung der Wingbacks: Dimarco & Dumfries

Die 100%-Wechselquote zeigt auch die Intensität des Inzaghi-Fußballs. Insbesondere die Wingbacks spielen über die defensive Stabilität hinaus eine bedeutende Rolle. Sowohl Dumfries als auch Dimarco zählen in Europas Top-5-Ligen zu den Außenverteidigern mit den meisten Ballaktionen im gegnerischen Sechzehner. Mit seinem hohen Offensivdrang besetzt das Duo im Ballbesitz die Außenstürmerpositionen und kreierte über ein Viertel aller herausgespielten Großchancen von Inter.

Traum-Sturmduo: Martinez & Thuram

Ein häufiger Verwerter der Chancen Inters ist Lautaro Martinez. Seine 16 erzielten Tore sind mit Abstand die Benchmark der Serie A. Dabei scheint er in Marcus Thuram seinen perfekten Sturmpartner gefunden zu haben. Der robuste Neuzugang aus Gladbach erzielte nicht nur 7 Tore, sondern ist mit 9 Torvorlagen Topvorbereiter der Liga. Dass Martinez 5 seiner Tore nach einer Thuram-Vorlage erzielte, untermauert die enge Connection der beiden.

Inters nahezu perfektes Umschaltverhalten

Lautaro Martinez‘ Wichtigkeit für das Spiel von Inter zeichnet sich allerdings bei Weitem nicht nur durch das Toreschießen aus. Dass kaum eine Mannschaft Europas so konterresistent wie Inter Mailand ist, fängt bei seinen vielen Gegenpressing-Aktionen an. Tatsächlich ließ die Inzaghi-Elf laut xValue seit dem zweiten Spieltag keine einzige Torchance mehr nach gegnerischem Konter zu. Offensichtlich scheint man bei Inter die perfekte Balance zwischen hoher Ballrückeroberung – schließlich erzielte man mit 7 Toren die meisten danach – und Rückkehr in die Kompaktheit – schließlich lässt kein Serie A Team weniger Tiefenpässe zu – gefunden zu haben.

3er-Mittelfeld als Herzstück bei Inter

Entscheidend für die Balance im Spiel Inters ist die hohe Flexibilität des Dreier-Mittelfelds, das zum Großteil der Spielzeit aus Hakan Calhanoglu, Henrikh Mkhitaryan und Nicolò Barella besteht. Zwar gibt Calhanoglu als nomineller Sechser den defensivsten Part. Jedoch ist das Trio jederzeit in der Lage, die Rollen zwischen Absicherung, Box-to-Box und Chancenkreation zu tauschen.

Top-Besetzung in Inters Innenverteidigung

Die hohe Kaderqualität der Mailländer erreicht wohl in der Innenverteidigung ihren Höhepunkt. Neben den erfahrenen Ü30-Spielern Acerbi, de Vrij und Darmian verfügt man mit Bisseck, Bastoni und Pavard über drei weitere Innenverteidiger im entwicklungsfähigen Alter. Somit ist man nicht nur quantitativ und qualitativ, sondern auch altersstrukturell bestens aufgestellt. Folglich ist es nicht überraschend, dass bereits alle sechs genannten auf mindestens 10 Pflichtspieleinsätze in der bisherigen Saison kommen.

Perfekter Onana-Nachfolger: Yann Sommer

Im Tor scheint man mit Yann Sommer die perfekte Onana-Nachfolge gefunden zu haben. Laut WhoScored ist der Schweizer der Torhüter mit der besten Save-Success-Rate in Europas-Top-5-Ligen. Darüber hinaus kann er auch die mit Onana gegangene Spielstärke auffangen, indem er die beste Passquote aller Serie A-Torhüter aufweist. Sommers bisher starke Saison wird durch wettbewerbsübergreifend 15 Zu-Null-Spiele vergoldet – erneut Topwert in Europas Top-5-Ligen.

Inters hohe Variabilität als Erfolgsfaktor

Alles in allem ist es eine hohe Variabilität, die Simone Inzaghis Inter so stark macht. In der Offensive ist man in der Lage, auf mehrere Wege Gefahr zu erzeugen. Sei es das Kombinationsspiel durchs Zentrum, das Flankenspiel über den Flügel oder der lange Ball auf die robuste Doppelspitze – das Spielermaterial gibt viele Möglichkeiten her. Insbesondere in der Champions beweist man, dass man phasenweise auch mal tiefer Verteidigen kann. Schließlich war man in 3 von 6 Gruppenspielen das Team mit weniger Ballbesitzanteilen.

All diese Faktoren machen Inter aktuell – wenn auch nur knapp vor Juventus – zur italienischen Nummer 1 und lassen auch in der Champions League wieder Hoffnungen auf einen lange Saison zu.


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Quellen:
wyscout.com
xvalue.ai
transfermarkt.de
theanalyst.com
fbref.com
bundesliga.de
Werner100359, FC Salzburg gegen Inter Mailand (Testspiel 2023-08-09) 48, CC BY-SA 4.0

Co-Founder & Analyst bei ballorientiert

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