2. Bundesliga

HSV unter Baumgart: noch mehr Spektakel?

Steffen Baumgart kündigt als neuer Trainer des Hamburger SV eine offensive Herangehensweise an. Ballorientiert analysiert anhand seiner historischen Aufstiegssaison mit dem SC Paderborn, was man beim HSV erwarten kann. Selten kassierte ein Aufsteiger so viele Gegentore.
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„Wer meine Spiel beobachtet hat, hat selten gesehen, dass man Zu Null spielt. Aber man wird in der Lage sein, vielleicht 3 oder 4 Torchancen sich mehr zu erarbeiten.

Steffen Baumgart gibt die Marschroute auf seiner Antritts-PK vor.

Was kann der HSV unter Baumgart erwarten?

Steffen Baumgarts Fokus scheint offensichtlich darauf zu liegen, weiterhin die Offensive des HSV zu stärken, statt sich auf eine defensive Stabilität zu konzentrieren. Nicht nur aufgrund der bisherigen Spielweise des HSV, sondern auch beim Blick auf Baumgarts Trainerstationen in der Vergangenheit eine durchaus nachvollziehbare Herangehensweise. Schließlich gelang ihm 2019 das Kunststück mit dem SC Paderborn, das in den letzten 22 Jahren keiner weiteren Mannschaften gelungen ist: ein Aufstieg in die Bundesliga mit 50 Gegentoren.

Baumgarts Prinzipien: Aggressives Pressing & zielstrebige Offensive

Dabei fanden seine in der PK erwähnten Spielprinzipien in jener Aufstiegssaison 2018/2019 Anwendung. Durch „aggressives Spiel gegen den Ball und mutiges Anlaufen“ ließ keine Mannschaft dem Gegner weniger Pässe im Spielaufbau spielen als der SCP. In der Folge erzielte man beeindruckende 24 Tore nach Ballgewinn. Mit insgesamt 76 Toren stellte man die beste Offensive hinter dem Meister 1. FC Köln. Zwar verzeichnete man 55% Ballbesitz. Jedoch war der Baumgart-Fußball in dieser Saison sehr zielstrebig. 17 Kontertore sowie 19 Fernschusstore waren hierbei ebenso Ligahöchst-Werte wie die erwähnten Tore nach Ballgewinn. Dass man „selten zu Null“ spielt, war ebenfalls in dieser Saison zu beobachten. Von 34 Spielen blieb man 6-mal ohne Gegentor. Stattdessen gab es bis zu Spieltag 22 gleich 10 Partien, in denen sowohl der SCP als auch der Gegner jeweils 2 Tore erzielten. Ergebnisse wie 2:2, 3:3 oder 4:4 gab es nicht nur einmal. Entgegen Baumgarts Zeit zuletzt in Köln standen in dieser Saison beim SC Paderborn übrigens unterdurchschnittlich viele Flanken auf dem Programm.

Unter Baumgart 4:3 statt 3:4?

Der statistische Blick auf Baumgarts Aufstiegssaison mit dem SC Paderborn vermittelt durchaus eine Vorstellung, wie seine Art Fußballspielen zu lassen, aussehen könnte. Freilich wird auch er wissen, dass der HSV seine Defensivprobleme in den Griff bekommen muss, um aufsteigen zu können. Nichtsdestotrotz mag ich seinen Ansatz, Herausforderungen offensiv anzugehen. Nach Walter ist somit weiterhin viel Temperament aber auch Mut zum Risiko an der Seitenlinie zu erwarten. Und vielleicht verliert der Hamburger SV das kommende Heimspiel mal nicht mit 3:4, sondern gewinnt es mit 4:3.


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Quellen:
wyscout.com
xvalue.ai
transfermarkt.de
theanalyst.com
fbref.com
bundesliga.de
Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, 2021-08-08 FC Carl Zeiss Jena gegen 1. FC Köln (DFB-Pokal) by Sandro Halank–075, CC BY-SA 4.0

Co-Founder & Analyst bei ballorientiert

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