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Energie Cottbus auf dem Vormarsch!

Der FC Energie Cottbus und Trainer Claus-Dieter Wollitz sind nach holprigem Saisonstart auf dem Vormarsch in der Regionalliga Nordost. Dabei setzen die Lausitzer auf dominanten Offensivfußball. Ballorientiert analysiert die bisherige Saison des FC Energie, dessen Außenverteidiger-Duo eine besonders wichtige Rolle im Angriff spielt.
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Mit starker Serie Richtung Tabellenspitze

Nach einem holprigen Start mit 7 Punkten aus 5 Partien kommt der FC Energie Cottbus in der Regionalliga Nordost immer besser in Fahrt. Dank einer Serie von 19 Punkte aus den vergangenen 7 Spielen konnte man den zwischenzeitlichen 8-Punkte-Rückstand auf den Tabellenführer Berliner AK nun auf 2 Punkte reduzieren. Damit ist das große Ziel der Meisterschaft nach 12 Spieltagen wieder in greifbarer Nähe.

Am Spieltag 12 – was kriegst du dafür? [..] Ich würde gerne am 34. Spieltag Erster sein. Natürlich weiß ich auch, dass man dranbleiben sollte. Wir sehen aber auch, dass jedes Spiel uns alles abverlangt. Wir dürfen das nicht unterschätzen. [..] Ich traue uns das zu, das zu erreichen. Mit dem Wissen, dass es extrem schwierig wird.

– FC Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz via „Niederlausitz Aktuell“

Wollitz‘ Intensität als Grundlage des Erfolgs

Es sollte nicht sonderlich überraschen, dass Trainer „Pele“ Wollitz auf die Euphoriebremse tritt und auf die Länge und Schwere einer Saison verweist. Im Hinterkopf hat der 57-Jährige dabei sicherlich die Vorsaison. Ähnlich wie in dieser Saison stellte man ebenfalls nach schwierigem Start wieder den Kontakt zur Tabellenspitze her. Eine Schwächephase von 8 Spielen mit nur 9 Punkten machte die Aufholjagd auf den späteren Meister BFC Dynamo allerdings zu Nichte. Damit Vergleichbares nicht noch einmal passiert, heißt es also Sinne schärfen und weiterhin intensiv arbeiten. Ohnehin ist „Intensität“ ein zentraler Punkt in Wollitz‚ Arbeit. Kaum ein Interview geht zu Ende, ohne dass nicht mindestens einmal dieser Begriff über die Lippen des Übungsleiters geht. Dabei geht es Wollitz um die Bereitschaft seiner Mannschaft, in jedem Training und Spiel an die Grenzen der Leistungsfähigkeit zu gehen. Insbesondere in der Frühphase in dieser Saison fehlte es Energie Cottbus an jener Intensität. Dies machte sich u.a. am Rückgang der Sprints im Vergleich zum Vorjahr an den ersten Spieltagen bemerkbar. Dass sich eine Vielzahl von Neuzugängen erst finden müssen, ist auch klar. Doch inzwischen scheint die Mannschaft die Vorgaben ihres Trainers verinnerlicht zu haben, wie der Blick auf die letzten Ergebnisse zeigt.



Dominanter Fußball unter Wollitz

Wer glaubt, „Pele“ Wollitz‘ Spielphilosophie definiere sich ausschließlich über Einsatz und Kampfgeist, sei eines Besseren belehrt. In seiner nun dritten Amtszeit in der Lausitz verlangt Wollitz‘ viel von seinen Spielern – denn nicht umsonst trainiert man unter Profibedingungen.

Eine weitere wichtige Tugend für Pele Wollitz ist Disziplin. Vor allem im ballbesitzorientierten Fußball, den Wollitz bei Energie favorisiert, ist diese unabdingbar. Zwar hat man als Favorit einer Liga naturgemäß häufiger den Ball als der Gegner, jedoch strebt Wollitz mit seiner Mannschaft nach größtmöglicher Dominanz. Dies beweist auch ein Blick auf die Zahlen. Im Durchschnitt verzeichnet Energie eine Ballbesitzquote von knapp 60% und spielt die meisten Pässe der Liga. Um den oftmals massierten Verteidigungsblock des Gegners zu bespielen, setzt Wollitz auf ein offensives 4-3-3-System.

Cottbus‘ offensives Außenverteidiger-Duo

Wie der Ballbesitz schon vermuten lässt, bemüht man sich um einen flachen und somit kontrollierten Spielaufbau. Eine besonders wichtige Rolle nehmen dabei die beiden Außenverteidiger ein – vor allem Axel Borgmann auf der linken Abwehrseite.  Seine Ballsicherheit und sein Offensivdrang sind eminent für das Cottbuser Übergangsspiel. Sowohl was Flanken als auch Pässe im letzten Drittel betrifft, ist jeweils nur ein Spieler erfolgreicher in der Liga als der Kapitän der Lausitzer. Aber auch sein Pendant auf der rechten Seiten Tobias Hasse steht dem kaum nach und ist ebenfalls in Cottbus‘ Flügelspiel stark eingebunden. Folglich kommen die beiden kumuliert bereits auf vier Tore und sieben Vorlagen.

Viel Personal & Bewegung in der Offensive

Dass die beiden Flügelverteidiger die Flügelstürmer der Cottbuser tatkräftig unterstützen, ist gegen tiefstehende Gegner fast schon unabdingbar. Durch eine präzise Ballzirkulation (85% Passquote) und häufige Spielverlagerungen soll möglichst viel Personal Räume im letzten Drittel schaffen. Um dabei nicht zu statisch und ausrechenbar zu sein, bedarf es vieler Bewegung und Positionsrochaden. Die beiden zentralen Mittelfeldspieler, die vor dem einzigen Sechser agieren, sollen durch Tiefenläufe die Sturmspitze in der Box unterstützen. Obwohl das Offensivspiel gewiss noch nicht perfekt ist, kann man mit 29 erzielten Toren und somit der besten Offensive der Liga durchaus zufrieden sein. Zudem gab man hinter Altglienicke der meisten Schüsse der Liga ab. Verbesserungsbedarf gibt es allerdings bei der Präzision. 32% aller abgegebenen Schüsse finden den Weg auf das Tor des gegnerischen Torhüters, was unter dem Ligaschnitt von 36% liegt. In der Folge ist auch die Chancenverwertung ausbaufähig. Zwar ist eine Quote von knapp 14% über dem Ligaschnitt, jedoch zeigt sich der eine oder andere Konkurrent effizienter als die Lausitzer.



Spielstarker Mittelstürmer

In Puncto Effizienz ist auch bei Sturmführer Eric Hottmann noch Luft nach oben. Trotzdem sind 5 Tore bei 10 Ligaeinsätzen wahrlich keine schlechte Quote. Ohnehin gibt der 22-jährige Stürmer dem Cottbuser Spiel weit mehr als Tore. Neben seinen vielen Abschlüssen hat der umtriebige Hottmann auch stets das Auge für den Mitspieler und bereitete bereits sechs Tore vor.

Defensiv anfällig?

Dass die offensive Spielidee von Pele Wollitz und seiner Mannschaft ein gewisses Risiko in der Defensive („nur“ 5x Zu Null) birgt, konnte man in den bisherigen Partien erkennen. Zwar versucht man den Gegner stets beim Spielaufbau unter Druck zu setzen und bei Ballverlust möglichst aggressiv ins Gegenpressing zu gehen. Jedoch wird es hin und wieder gefährlich, wenn die erste Linie der Cottbuser überspielt wird. Im Vergleich zu letzter Saison scheint man allerdings einen Reifeprozess vollzogen zu haben und in schwierigen Situationen standhafter zu sein. Auch dank dem starken Torhüter Elias Bethke konnte die ein oder andere brenzlige Situation bereinigt werden. Zudem zeigt man sich taktisch flexibel und kann auf Widerstände reagieren, wie der Blick auf die Torverteilung zeigt. So konnte man bspw. durch kleine Anpassungen in der Halbzeit über 60% der Tore im zweiten Durchgang erzielen.

Offensive Spielidee + starke Einzelspieler = Meisterschaft?

Zusammenfassend kann man behaupten, dass sich der FC Energie Cottbus mit seinem Trainer Claus-Dieter Wollitz auf dem richtigen Weg befindet. Statt nur auf die vorhandene individuelle Qualität des Kaders zu setzen, gibt Wollitz einen klaren Plan vor. Durch die Symbiose zwischen starken Einzelspielern und einer offensiven Spielidee scheint sich Energie in den letzten Wochen in eine Art „Flow“ gespielt zu haben. Damit dieser möglichst lange anhält, wird Wollitz mit all seiner Erfahrung immer wieder neue Reize setzen, um die Mannschaft bei maximaler Intensität zu halten. Neben der rein sportlichen Komponente hat man darüber hinaus mit dem Stadion der Freundschaft eine echte Festung im Rücken. Alle zwei Wochen strömen mehrere Tausend Energie-Anhänger ins Stadion, um ihre Mannschaft auch in schlechten Phasen zum Sieg zu schreien. Sechs Siege in sechs Heimspielen sprechen für sich.

Dass man nun bereits die große Chance auf die Eroberung der Tabellenspitze hat, kommt dabei sicherlich entgegen. Pele Wollitz wird dies allerdings nicht großartig interessieren. Denn am Ende zählt bekanntlich nur die Tabelle nach 34 Spieltagen. Aufgrund der unsäglichen Relegation zwischen den Regionalligen verbieten sich traurigerweise Spekulationen über einen möglichen Aufstieg in dritte Liga.

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Quellen:
ostsport.tv
transfermarkt.de
LEAG_DE, Claus-Dieter Wollitz (41229593170) (cropped), CC BY-SA 2.0
Sane, Cottbus Stadion der Freundschaft, CC BY-SA 3.0

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