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Analyse: Farke-Ball bei Leeds United

Farke-Ball bei Leeds United. Ballorientiert analysiert die Spielweise des Ex-Gladbach Trainers, der eine gute Mischung aus Geduld und Risiko bei den "Whites" etablieren konnte.
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Ex-Bundesligaspieler und Farke-Ball: Analyse Leeds United

Persönlich fand ich es schade, dass Daniel Farke bei Borussia Mönchengladbach nicht so funktionierte wie erhofft. Umso gespannter war ich auf dessen Station bei Leeds United. Gestern befasste ich mich intensiver mit Farkes United. Das Fazit ist sehr positiv. Nach wie vor lässt der 47-Jährige einen aktiven und dominanten Spielstil ausüben. 57% Ballbesitz und 87% Passquote belegen dies. Auch der Kader ist wahnsinnig spannend und verfügt mit unter anderem Summerville, Gnonto und Gray über vielversprechende Youngsters. Mit Gruev, Rutter und Ampadu gibt es neben dem Trainer weitere Ex-Bundesligaakteure.

Mischung aus Geduld und Risiko im Spielvortrag

Ampadu ist es, der sich als 6er immer wieder den Ball tief von den beiden Innenverteidigern abholt und das Spiel aktiv nach vorne treibt. Zusammen mit Abwehrchef Pascal Struijk spielt er im Aufbau eine entscheidende Rolle. Der Spielaufbau erfolgt nahezu immer flach – Leeds spielt die mit Abstand wenigsten langen Bälle und prozentual zudem die wenigsten Vertikalpässe. Die „Whites“ bereiten ihre Angriffe in den ersten zwei Dritteln des Feldes ruhig vor, ehe sie im letzten Drittel das Risiko suchen. Über Summerville, Rutter, Gnonto und James forciert der aktuell Tabellenvierte der Championship häufig das 1-gegen-1 in der Offensive. Nur selten sucht man den Weg bis zur Grundlinie und verzichtet weitgehend auf Flanken in die Box.

Tiefenläufe und Georgino Rutter

Stattdessen sucht man mit vielen kleinteiligen Lösungen, Doppelpässen oder Dribblings, in den Sechzehner zu stoßen. Die Positionen werden hier oft rochiert. Die schnellen Offensivspieler setzen zu vielen Läufen in die Tiefe an. Vor allem Rutter zeigt sich im letzten Drittel in dieser Spielzeit sehr kreativ, spielt viele Steckpässe und konnte nicht von ungefähr bereits 9 Treffer vorbereiten.

Unterschiede zu Gladbach: Intensität

Die Farke-Elf ist aber keinesfalls nur darauf fokussiert, den Gegner hinten reinzudrücken und so zu bespielen. Man findet einen guten Mix aus Geduld und Schnellangriffen. Ein wichtiges Element ist auch das Spiel auf den zweiten Ball, wie es für die Championship entscheidend ist. Allgemein liegen hier die wohl größten Unterschiede zwischen Gladbach und Leeds unter Farke. Leeds United verzeichnet nicht nur die höchste Gegenpressingintensität der Liga, sondern auch die meisten hohen Balleroberungen – eine Aktivität, die man (auch aufgrund des Kaders) bei Gladbach eher selten sah. Mit den vielen Highspeedspielern in der Offensive, gelingt es dem Absteiger aus der Premier League zudem, nach gegnerischem Ballverlust schnell den Raum hinter der aufgerückte Kette des Gegners zu bespielen. Mit 0,24 xG pro 90 Minuten nach Umschaltaktionen ist man hier die Benchmark der Championship. Auf der anderen Seite funktioniert das Verhalten nach Ballverlust auch extrem gut – gleichzeitig lässt United nämlich den geringsten xG-Wert nach Umschaltaktionen gegen sich zu.

Leeds United: mit Daniel Farke zurück in die Premier League?

Auch wenn man zu Saisonbeginn und im Dezemberendspurt ein paar unnötige – schließlich ist man laut Expected Points Tabellenführer – Punktverluste zu viel einfuhr, um näher an den Ligaprimussen Leicester und Ipswisch dran zu sein, ist man auf einem sehr guten Weg. Daheim ist die Farke-Elf als einziges Team der Championship noch ungeschlagen. Im Hinblick auf eine durchaus realistische Teilnahme an den Play-Offs um den Aufstieg in die Premier League, muss den Leeds-Supportern nicht bange sein. Dass man gegen starke Teams seine Qualitäten auf den Platz bringen kann, zeigte man in den Spielen gegen Leicester City und Ipswisch Town. Die Spiele gegen die beiden Erstplatzierten konnte das Team von Daniel Farke für sich entscheiden.


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Quellen:
wyscout.com
xvalue.ai
transfermarkt.de 

Co-Founder & Analyst bei ballorientiert

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